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Traumpfade Norddeutschland - Arnis

Arnis, die kleinste Stadt Deutschlands

Ungefähr 350 Einwohner leben in Arnis, der kleinsten Stadt Deutschlands.

Es gibt 126 Häuser, vier Gaststätten, einen Bäcker, ein Rathaus aus dem Jahre 1805, eine alte Kirche und nur eine 800 Meter lange Hauptsstraße.

Nur Einwohner dürfen mit dem Auto in die Stadt fahren.

Tja und viel mehr gibt es in Arnis nicht, ein paar Werftbetriebe und einen Fährbetrieb über die Schlei.

Es ist ein idyllisches kleines Dorf, nein, natürlich eine Stadt, die sollte man sich anschauen.

Von Kappeln sind es nur wenige Kilometer zu fahren. Das Auto lässt man auf dem Parkplatz vor der Stadt stehen und geht die wenigen Meter zu Fuß in die Stadt.

Schön ist, dass an jedem Haus eine Hinweistafel mit den wichtigsten Informationen steht. Wem hat es gehört, wann wurde es gebaut etc.

Schulstraße 104, Arnisser Schule. Ende des 17.und Anfang des 18. Jahrhunderts befand sich auf diesem Grundstück das größte Schiffswerk von Arnis. 100 Schiffsbauer waren zu besten Zeiten hier beschäftigt. Selbst der schwedische König Karl Johann besuchte Arnis persönlich, um sich von der Qualität der Schiffe zu überzeugen.

Nach 1868 endete die glanzvolle Zeit von Arnis, der Neue Damm war fertig, das Binnenmoor wurde tropcken gelegt. 1860 wurde dieses Gebäude als Schule gebaut. Im ersten Geschoss befand sich die Elementarschule, darunter die Oberklasse.

Die Schule war eine Nebeneinrichtung der Kirche, der Pastor war bis 1919 der Ortsschulinspektor, der Küster war meist der Lehrer, eine Ausbildung wurde nicht verlangt. Da konnte man nur hoffen, dass er wenigstens auch schreiben und lesen konnte ;-) Die Schülerzahl in Arnis schwankte je nach Einwohner zwischen 70 und 140. 1963 wurde die Schule geschlossen und das Haus zu Wohnungen umgebaut.

Die Nordwand der alten Schifferkirche aus dem Jahre 1673 ist noch erhalten. Innen sind Gestühl und Taufbecken noch von damals. Von dem Gewölbe hängen sogenannte Votivschiffe. Es sind Geschenke von den Schiffern als Dank für ihre Rettung.

Das Altarbild "Christus stillt den Sturm" stammt auch von Andreas Lang, der schon den Altar der Nicolaikirche in Kappeln schnitzte. Die farbig geschnitzte Kanzel stammt von 1573 und ist somit älter als die Kirche. Vermutlich haben Fischer diese bei einer Sturmflut "angeschwemmten" Kanzel mitgebracht.

Von Arnis gibt es eine Auto-Fähre über die Schlei. Ursprünglich war Arnis eine bewaldete Insel, mittlerweile ist es nur noch eine Halbinsel.

Die Gründer waren 64 unbeugsame Kappelner Familien, die 1666 nicht zu Leibeigenen des Gutsherrn von Roest, Detlef von Rumohr, werden wollten.

Fürst Christian Albrecht war der Retter in der Not und wies den Abtrünnigen die Insel Arnis als Wohnort zu und verlieh ihnen die erforderlichen Privilegien für die Schifffahrt und den Handel.

Es ist nett und idyllisch in der kleinsten Stadt Deutschlands.

 


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